Sonderausstellung „Künstlerplakate von Niki de Saint Phalle und
                                             Jean Tinguely“ 05.06. - 28.08.2016

                                           

Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums Oldenburg

Horst Janssen, "Katze Blau", 1961, Holzschnitt, 38,7 x 53 cm, Dauerleihgabe der Claus Hüppe-Stiftung, Horst-Janssen-Museum Oldenburg, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Horst Janssen

Horst Janssen zählt zu den bedeutendsten deutschen Zeichnern und Grafikern der Gegenwart. Als Radierer, Holzschneider und Lithograf setzte er Maßstäbe, die bis heute unerreicht sind. Seine Kreativität fand in einer einzigartigen Technik und einer skurrilen Figurenwelt ihren Ausdruck. Das Lebenswerk des Künstlers sei „von grenzenlosem Individualismus ebenso getragen“ wie von der „Sucht nach Objektivierung der Wirklichkeit“, schrieb der Janssen-Kenner Heinz Spielmann, früherer Leiter des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf.

Bei anderen Experten gilt Horst Janssen als „Jahrhunderterscheinung“, als „der nordische Künstler par excellence“. Er war ein Typ und enfant terrible, dem keine noch so wilde Eskapade fremd war. Wegbegleiter charakterisierten ihn als gelegentlich schwierig, häufig kauzig, aber immer genial – und das im Übrigen auch als Literat.
Horst Janssen an seinem Schreibtisch, Foto: Naomi Baumgartel
Geboren wurde Horst Janssen am 14. November 1929 in Hamburg. Seine Kindheit verlebte er in Oldenburg. Hier lernte er – wie er selbst schrieb – „lallen, lächeln, laufen und schließlich sprechen“. 1945 kam er als Vollwaise zurück an die Elbe. Im Jahr darauf begann er ein Studium an der Landeskunstschule. Sein großes Talent war da bereits erkannt. 1947 veröffentlichte er seine erste Zeichnung in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ein Jahr später illustrierte er das Kasperl-Buch „Seid ihr alle da?“ von Rolf Italiaander.
Horst Janssen, "Caput mortum Friedrich + ich", 1974/75, 29,2 x 22 cm, Blatt 11 aus dem Radierzyklus "Caspar David Friedrich", Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Janssen und Oldenburg

Die Verbindungen nach Oldenburg hat Horst Janssen nie abreißen lassen. Es schmeichelte ihm, dass man ihn hier stets zu den größten Söhnen der Stadt rechnete und mit der Ehrenbürgerwürde auszeichnete. Horst Janssen starb am 31. August 1995. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg beigesetzt.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 widmet sich das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg dem Wirken des „manischen Ich-Suchers, der sich nie gefunden hat“, wie Wieland Schmied, der frühere Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, einmal schrieb.
Horst Janssen, "1 Schmetterling und 4 Knöpfe", 1976, Radierung, 31,1 x 10,8 cm, Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013